Befreiungsvektor in Rimburg enthüllt: Gedenken an die Wurmüberquerung 1944
Die Bürgermeister Richard de Boer (Landgraaf) und Oliver Walther (Übach-Palenberg) enthüllten am Samstag, den 4. Oktober 2025, in Rimburg einen Befreiungsvektor. Das Denkmal ist Teil der internationalen Liberation Route Europe.
Die Liberation Route Europe ist ein transnationales Erinnerungsprojekt, das Gedenkstätten und Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg miteinander verbindet. Die Route folgt dem Weg der Alliierten in den Jahren 1943 bis 1945 von der Normandie über Berlin bis weiter nach Osten. Wichtige Orte entlang dieses Weges sind durch sogenannte „Vektoren der Erinnerung“ markiert. Mit der Enthüllung des Vektors in Rimburg wird diese internationale Route nun auch dort – als bleibendes Symbol für den Freiheitskampf in unserer Grenzregion.
Im September 1944 rückten amerikanische Truppen durch Landgraaf vor. Am 18. und 19. September wurde ein großer Teil des Gebiets befreit. Doch kurz vor der Wurm kam der Vormarsch aufgrund von Treibstoff-, Ausrüstungs- und Munitionsmangel beim Angriff auf den Westwall zum Stillstand. Ab dem 19. September lag Rimburg im gefährlichen Niemandsland. Nach zwei bangen Wochen erfolgte am 2. Oktober der entscheidende Angriff und die Überquerung der Wurm, eine blutige Schlacht für alle Beteiligten.
An der feierlichen Enthüllung des Vektors nahmen zahlreiche Vertreter und Bürger beider Grenzgemeinden teil. Am historischen Ort erinnerten sie nicht nur an die Ereignisse von damals, sondern sprachen auch über die Bedeutung des Gedenkens in der Gegenwart. Beide Bürgermeister äußerten die Hoffnung, dass der Vektor dauerhaft daran erinnert, Grenzen nicht als Trennlinien, sondern als Orte der Begegnung zu begreifen. Landgraaf und Übach-Palenberg haben dies im Jubiläumsjahr ihrer Städtepartnerschaft (25 Jahre) eindrucksvoll gezeigt: Wo einst Fronten und Grenzen trennten, gibt es heute vielfältige Begegnungen in Freundschaft und Zusammenarbeit.
Im Anschluss an die Zeremonie wurde eine Sonderausstellung eröffnet, die von Bürgerinnen und Bürgern beiderseits der Grenze mit großem Interesse besucht wurde. Die vom Heimatverein Landgraaf in Zusammenarbeit mit dem Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz im Kreis Heinsberg kuratierte Ausstellung beleuchtete die Wurmüberquerung und Befreiung aus niederländischer wie auch aus deutscher Perspektive.