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Technische Hilfswerk in NRW

Bundesanstalt auf internationalem Parkett

Sie sind die „Blauen Engel“ unter den Helferinnen und Helfern: Seit 70 Jahren ist das Technische Hilfswerk (THW) täglich in Deutschland im Einsatz, um technische Hilfe zu leisten – angefangen bei Unglücken wie der Sturmflut in Hamburg bis hin zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs. 1950 als ziviler Ordnungsdienst gegründet, entwickelte sich das THW schnell weiter. Heute ist die Bundesanstalt eine moderne Organisation im Bevölkerungsschutz, die weltweit tätig ist.

Landesverband NRW als starke Säule

Eine starke Säule ist der nordrhein-westfälische Landesverband, den es seit 1952 gibt. Rund 18.000 Ehrenamtliche engagieren sich hier, darunter knapp 3000 Jugendliche. Immer mehr Frauen und Mädchen interessieren sich für die technische Hilfe im Bevölkerungsschutz. Aktuell engagieren sich rund 2700 Helferinnen und Junghelferinnen. Unterstützt wird ihr Engagement von 220 Hauptamtlichen. Wie viel die THWler leisten, zeigt am besten die Statistik: „2020 waren die Helfer und Helferinnen rund 186.000 Stunden im Einsatz“, nennt Dr. Hans-Ingo Schliwienski, THW-Landesbeauftragte für Nordrhein-Westfalen, nicht ohne Stolz die beeindruckenden Zahlen.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Der Aufgabenkatalog des THW im Bereich des Katastrophenschutzes ist umfangreich: In der technischen Gefahrenabwehr kommen die Ehrenamtlichen zum Einsatz, wenn es ums Orten, Retten und Bergen, Räumen und Sprengen, Bekämpfen von Überschwemmungen und Ausleuchten von Einsatzstellen geht. Auch beim Thema Strom- und Trinkwasserversorgung sowie Brückenbau ist die Hilfe der Expertinnen und Experten gefragt. Für die Versorgung der Bevölkerung richten sie im Ernstfall außerdem zügig Notunterkünfte ein.

Nichts geht ohne gute Logistik

Damit das alles reibungslos klappt, ist eine gute Logistik notwendig – eine weitere Kernaufgabe des THW. Insgesamt verfügt es in NRW über 150 Bergungsgruppen und mehr als 330 Fachgruppen in 138 Technischen Zügen und zwölf Fachzügen Logistik. Landesweit gehören mehr als 1400 Fahrzeuge zur Ausstattung. Hinzu kommen Beteiligungen an den Auslandseinheiten des THW.

Vom Allrounder bis zum Spezialisten

Zahlreiche Einsatzmöglichkeiten also für die Ehrenamtlichen. Die Allrounder unter den Einheiten sind die universell einsetzbaren Bergungstruppen. Ihnen zu Hilfe kommen – je nach Situation – die Spezialisten: Technisch spezialisierte Fachgruppen, die Brücken bauen, Ölverschmutzungen eindämmen oder sich mit Rettungshunden auf die Suche nach Vermissten machen. Außerdem gibt es Teams und spezialisierte Einheiten für Auslandseinsätze, die innerhalb weniger Stunden startklar sind.

Spielend helfen lernen

Auch an den Nachwuchs denkt das Technische Hilfswerk: In der THW-Jugend können Kinder und Jugendliche von sechs bis 17 Jahren spielend helfen lernen. Bundesweit wirken 15.000 Junghelfer und Junghelferinnen in der Nachwuchsorganisation mit. Pädagogisch geschulte Fachkräfte bringen ihnen neben Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein auch den Umgang mit Technik bei. „Das ist ein erster wichtiger Schritt, um auch als Erwachsener noch einen Beitrag dazu zu leisten, Not und Unglück zu lindern“, ist Dr. Hans-Ingo Schliwienski überzeugt. „Es ist die Faszination Helfen, die uns antreibt.“